Artikel: Fahrzeugkonfiguration, Flügeln, Schwächen
- Die Kommunikation erfolgt mehrstufig und beginnt bereits am Starthalt
- Grafische Darstellung und Handlungsanweisung jeweils aus Perspektive des Fahrzeugteils, in dem sich der Fahrgast befindet
- Flügelung (Fahrzeug teilt sich) und Schwächung (Fahrzeugteil bleibt stehen) werden analog dargestellt – die Schwächung allerdings nur im stehenbleibenden Fahrzeugteil
Beispiel Flügeln einer Zweifachtraktionen
Ende des oberhalb befindlichen Videos
Eine der herausforderndsten Situationen für Fahrgäste bei Fahrten mit dem Zug (seltener auch Straßen- oder Stadtbahnen) ist eine Trennung der Fahrzeugteile bei unterschiedlichen Fahrtzielen. Besonders stressig wird es für Fahrgäste, wenn sie versehentlich in den falschen Teil einer Mehrfachtraktion eingestiegen sind und ihr Fahrzeugteil nicht in Richtung ihres Ziels fährt. Hierfür sieht das Designsystem eine mehrstufige Visualisierung vor:
- Schon am Starthalt oder an langandauernden Unterwegshalten wird eine Information über die Fahrzeugkonfiguration angezeigt. Fahrgäste sehen, ob sie richtig sitzen und können noch während der Standzeit des Fahrzeugs in einen anderen Fahrzeugteil wechseln.
- Im vorletzten Fahrtabschnitt vor dem Trennungshalt wird in der Perlschnur der Hinweis auf die bevorstehende Flügelung eingeblendet und zusätzlich die Liniennummern der Fahrzeugteile und das Fahrtziel genannt.
- Unmittelbar vor der Trennung erfolgt eine intuitiv verständliche Detaildarstellung mit textueller Handlungsanweisung. Idealerweise ist diese zum noch besseren Verständnis animiert.
Die Darstellungen und der Ablauf wurden in mehreren Iterationen entwickelt, auf intuitives Verständnis hin optimiert und in realer Situation (Flügelzug) getestet.
Am Starthalt oder Unterwegshalt mit langer Aufenthaltsdauer
Die Darstellung der verschiedenen Teile aus denen der Fahrzeugverband besteht dient der Orientierung. Die eingeschriebenen Liniensignets und die Fahrtziele helfen zu verifizieren, ob man wirklich richtig sitzt.
Im vorletzten Fahrtabschnitt vor der Trennung
Im Fahrtverlauf erfolgt textuell und visuell ein Hinweis auf die bevorstehende Trennung. Dieser Hinweis ist nicht während der gesamten Fahrt sichtbar, sondern erst im vorletzten Abschnitt vor der Trennung.
Dies hat betriebliche Gründe. In der Regel ist der Aufenthalt an Unterwegshalten deutlich kürzer, als am Trennungshalt. Falsch sitzende Fahrgäste möchte man nicht dazu animieren an Unterwegshalten mit sehr kurzer Aufenthaltsdauer die Fahrzeugteile zu wechseln und somit ggf. Fahrzeitverlängerungen zu verursachen.
Im letzten Fahrtabschnitt vor der Trennung
Eine detaillierte Animation oder mehrere sich ergänzende Einzelbilder werden im letzten Fahrtabschnitt wiederholt eingeblendet.
Aufgrund der asymmetrischen Gestaltung der Fahrzeugteile wird intuitiv die gegenwärtige Fahrtrichtung erkannt. In Verbindung mit dem Positionssymbol und der Liniensignets samt Fahrtzielen kann im Falle eines notwendigen Wechsels entschieden werden, ob nach vorne oder nach hinten gelaufen werden muss.
Die senkrecht zum Fahrzeug verlaufenden Aktionspfeile werden intuitiv so verstanden, dass ein "Umstieg" über den Bahnsteig erforderlich ist und nicht einfach nur nach vorne oder hinten "durchgegangen" werden kann.
Beispiel Schwächen einer Zweifachtraktion
Ende des oberhalb befindlichen Videos
Der kommunikative Ablauf ist mit dem der Flügelung vergleichbar.
Allerdings ist die visuelle Darstellung angepasst und die Kommunikation erfolgt nur im stehenbleibenden Fahrzeugteil. Denn nur für Fahrgäste dort, die über den Endhalt ihres Fahrzeugteils hinaus fahren möchten, besteht Handlungsbedarf.
Am Starthalt oder Unterwegshalt mit langer Aufenthaltsdauer
Im vorletzten Fahrtabschnitt vor der Schwächung
Im letzten Fahrtabschnitt vor der Schwächung
Mehrfachtraktionen
Selbstverständlich können auch Mehrfachtraktionen mit Flügelung, Schwächung oder einer Kombination aus beidem dargestellt werden.
Allerdings ist es aus Platzgründen nicht immer möglich das Fahrtziel an die grafische Darstellung der jeweiligen Fahrzeugteile zu schreiben.