Design-Adaption für 32:9 Stretch-Monitore

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Die Herausforderung: Maximale Information bei minimalem Raum

Im modernen Nahverkehr entscheidet oft die Ergonomie über die Hardware. In Doppelstockzügen, Bussen oder Straßenbahnen begrenzen niedrige Deckenhöhen den Einbauraum für Fahrgastinformationsdisplays. Herkömmliche 16:9-Monitore würden zu weit in den Fahrgastraum ragen und die Kopffreiheit einschränken.

Die Lösung sind extrem niedrige 29-Zoll Bar-Type- oder Stretch-Displays im 32:9-Sonderformat. Sie sind etwa 71 cm breit, aber nur 20 cm hoch. Dies entspricht von der Fläche her ungefähr zwei dicht nebeneinander hängenden 15,6-Zoll-Monitoren im 16:9-Format.

Grafische Darstellung: 32:9 Seitenverhaeltnis

Der Spagat zwischen Lesbarkeit (TSI) und vertikaler Displayhöhe

Während Fahrzeuge in der Vergangenheit oft Matrix-Displays (LED/LCD-Punkte) hatten, mit denen die gesetzliche TSI-PRM erfüllt werden konnte, geschieht dies in modernen Fahrzeugen in der Regel über hochauflösende TFT-Bildschirme.

Die TSI-PRM fordert eine „gute Lesbarkeit“ für bestimmte Kerninformationen, wie zum Beispiel:

  • Das Fahrtziel in der Haltphase
  • Den Namen des nächsten Halts (mindestens zwei Minuten vor der Ankunft)

Gute Lesbarkeit wird neben der Schriftart selbst maßgeblich über die Versalhöhe (die echte Höhe der Großbuchstaben) bei einem bestimmten Betrachtungsabstand definiert.

Was beinhaltet unsere Design-Adaption?

Nur weil die Deckenhöhe geringer ist und die Monitore in der Vertikalen schmaler sein müssen, werden nicht automatisch mehr Monitore im Fahrzeug verbaut. Unter der Annahme, dass sich der Betrachtungsabstand zum Stretch-Display nicht ändert, haben unsere Designer das Standarddesign der Fahrgastinformation wie folgt angepasst:

  • TSI-relevante Inhalte werden auf dem 29-Zoll Stretch-Display mit einer physischen Versalhöhe von exakt 35 mm dargestellt (was für die meisten Fahrzeugprojekte zutreffend ist).
  • Sonstige Inhalte (wie Infotainment oder Linienverläufe) sind bei weiterhin guter Lesbarkeit auf die verbleibende Displayfläche skaliert.
32:9 Design Adaption Im Halt Phase
32:9 Design Adaption Vor Halt Phase

Das Prinzip der pixelgenauen Skalierung

Die Designvorlagen stehen dafür in einer sehr hohen Auflösung von 5120 x 1440 Pixeln zur Verfügung, wobei die TSI-relevanten Inhalte mit einer Schriftgröße von 360 Pixeln angelegt sind.

Ein echter 29-Zoll-Monitor im Zug hat in der Realität niemals 1440 Pixel in der Höhe – das wäre extrem teuer und völlig unnötig. Da Fahrgäste aus mehreren Metern Entfernung auf den Bildschirm schauen, reichen deutlich weniger Bildpunkte aus.

Wenn das System das vordefinierte Vektor-Design nun so skaliert, dass die vertikale Achse deckungsgleich abgebildet wird, werden die 1440 vertikalen Pixel des Designs proportional auf die üblichen 540 physikalischen Pixel des Monitors herunterskaliert (540 / 1440 = 0,375). Die ursprüngliche Schriftgröße von 360 px wird im selben Verhältnis verkleinert. Auf dem echten Display im Zug wird die Schrift nun mit exakt 135 Pixeln ausgegeben. Aufgrund des gröberen Pixelabstands des Monitors entspricht dies auf der Glasscheibe am Ende genau den geforderten 35 mm Echtgröße.

TSI-PRM

Bitte beachten Sie, dass zur Erfüllung der TSI-PRM auch eine andere Versalhöhe erforderlich sein kann. Dies ist u.a. abhängig von dem Fahrzeuglayout und projektspezifisch zu ermitteln. Sehen Sie dazu auch unsere FAQ.

Bei Fahrzeugen ohne TSI Anforderungen können die Versalhöhen zugunsten einer besseren Lesbarkeit oder mehr Inhalten im Informationsbereich verringert werden.